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	<title>Janek Schumann &#8211; Die Weinreferenten</title>
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	<title>Janek Schumann &#8211; Die Weinreferenten</title>
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		<title>Bordeaux 2016</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weinverkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach drei intensiven Verkostungstagen während der Primeur Week Anfang April formt sich das Bild des jüngsten Jahrgangs in Bordeaux. Die Messlatte hing dabei schon im Vorfeld hoch. Enthusiastische Kommentare sowie die bereits im Vorfeld der offiziellen Primeurwoche veröffentlichten Verkostungsnotizen von James Suckling schickten die Message eines Jahrhundert-Jahrgangs um die Welt. Wie immer in Bordeaux ist ... <a title="Bordeaux 2016" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/bordeaux-2016/" aria-label="Mehr Informationen über Bordeaux 2016">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Bordeaux-Verkostung-2016.jpg" data-lbwps-width="4032" data-lbwps-height="3024" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Bordeaux-Verkostung-2016-900x675.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-3042 size-large" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Bordeaux-Verkostung-2016-scaled.jpg" alt="" width="580" height="435" /></a></p>
<p>Nach drei intensiven Verkostungstagen während der Primeur Week Anfang April formt sich das Bild des jüngsten Jahrgangs in Bordeaux. Die Messlatte hing dabei schon im Vorfeld hoch. Enthusiastische Kommentare sowie die bereits im Vorfeld der offiziellen Primeurwoche veröffentlichten Verkostungsnotizen von James Suckling schickten die Message eines Jahrhundert-Jahrgangs um die Welt. Wie immer in Bordeaux ist natürlich ein detaillierter Blick notwendig – zu komplex ist das Bild aus verschiedenen natürlichen Bedingungen, Rebsorten und Styles.</p>
<p>Das Jahr ging recht bescheiden los – über Monate hinweg dominierte regnerisches Wetter in Bordeaux. Bis Ende März schüttete es ohne Ende. Mit rund 500 mm prasselte das 2,5 fache des langjährigen Durchschnitts herunter. Allerdings erwies sich im Verlauf des Jahres dieser Niederschlag als Segen – durch die gefüllten Wasserreservoirs wurde die spätere intensive Hitze- und Trockenphase mehr als positiv beeinflusst. Natürlich konnte das im Frühjahr noch niemand ahnen.</p>
<p>Tatsächlich setzte sich das recht unbeständige und feuchte Wetter fort und bestätigte die Ängste eines unregelmäßigen und verspäteten Wachstums. Zusätzlich schlug Ende April in einigen Regionen der Frost zu und hinterließ bedeutende Schäden. Mitten in dieser unbeständigen Periode begann Ende Mai die Blüte. Die Gebete für einen Wetterwechsel wurden Anfang Juni erhört. Zwischen dem 03. und 11. Juni gab es eine Periode trockenen und warmen Wetters, welches in den meisten Weinbergen zu einer schnellen und gleichmäßigen Blüte führte.</p>
<p>Nach einer kleinen unbeständigen Phase mit Regen Mitte Juni hatte dann der Regengott endgültig sein Pulver verschossen. Die vegetative Entwicklung ging aufgrund der vollen Wasserspeicher zügig voran, eine Hitzeperiode Ende Juni beschleunigte die Entwicklung der Beeren und und legte den Grundstein für den Charakter des Jahrgangs. Trocken und heiß blieb es auch im Juli und August – zum Teil wurden neue Hitzerekorde erreicht. Langsam einsetzender Wasserstress führte zu einer zusätzlichen Konzentration der Beeren. Trotz heißer Tage waren die Nächte relativ kühl, so dass Aroma und Säure geschont wurden.</p>
<p>Der September startete ebenfalls heiß und trocken. Die ersten 13 Tage waren die heißesten Tage seit 1950, in Sauternes wurde am 12. September der Rekordwert von 37°C erreicht. Trockenstress war jetzt an der Tagesordnung, das Risiko für eine verzögerte Reife stieg von Tag zu Tag sprunghaft an. Am späten Nachmittag des 13. Septembers zogen schwarze Wolken auf und ein Sturm aus dem Baskenland fegte über Bordeaux. In Begleitung des Sturms kam heftiger Regen.</p>
<p>In einigen Appellationen kamen bis zu 40 mm runter und verdunkelten die Mienen der Winzer. Doch trockenes und sonniges Wetter kehrte postwendend zurück und hielt an bis zum Ende der Lese Mitte Oktober. Letztendlich war es genau der richtige Zeitpunkt für den Regen, um übermäßigen Stress zu vermeiden und einen neuen Impuls für die weitere Reife zu geben. Warme Tage und relativ kühle Nächte ab Mitte September führten zu einer weiteren Phenolkonzentration, ohne dass es zu Einbussen an Aromakomponenten und Säure kam.</p>
<p>Die Lese von Sauvignon Blanc und Semillon begann Anfang September. Aufgrund der trockenen und heißen Bedingungen im August wurden schnell eine ausreichende Zuckereinlagerung erreicht, wobei jedoch die aromatische Reife hinterher hinkte. Zum Schluss gab es zwar nochmal einen Reifeschub, aber viele Weißweine erreichten nicht ganz die Komplexität der großen Jahrgänge. Die Säurewerte lagen auf dem Level der 11er Weine und damit etwas geringer als in den letzten drei Jahrgängen. Insgesamt präsentieren sich die meisten Weißweine sehr ausgewogen und balanciert – ohne Zweifel ein sehr guter, wenn eben auch kein großer Jahrgang.</p>
<p>In Sauternes und Barsac wurden entsprechend der trockenen Bedingungen bis Mitte September in erster Linie eine Konzentration in den Trauben durch Trocknung erreicht. Der Niederschlag Mitte September brachte dann doch noch die gewünschte Botrytis, wobei diese sensorisch bei den meisten Weinen weniger ausgeprägt erscheint. Die meisten Sauternes und Barsac sind reichhaltig und zeigen eine klare Frucht.</p>
<p>Die Lese der roten Trauben begann in einigen Plots in der dritten Septemberwoche, wobei der größte Teil der Lese erst Anfang bis Mitte Oktober eingebracht wurde. Die Rotweine zeichnen sich bis auf wenige Ausnahmen durch hohe Extrakt- und Tanninwerte aus. Sie erinnern in ihrer Struktur an die 2010er, besitzen allerdings mehr Frische, Energie und Textur. Kombiniert mit einer zum Teil wahnsinnigen aromatischen Tiefe und auf den Punkt reifen Frucht ergab das die Basis für Stoff zum Träumen.</p>
<p>Einer der wesentlichsten Charakterzüge des 16er Jahrgangs ist Definition. Die lange Lesephase ab Mitte September gab jedem Château die Möglichkeit, den Stil des Hauses oder seiner Weinberge perfekt zu interpretieren und mit dem Ausdruck des Jahrgangs zu verbinden. Entsprechend weit gefächert ist die Variation an Stilistiken. Vom fast schwerelosen Lafite bis hin zum muskulösen Montrose ist alles dabei. Im Gegensatz zu vielen anderen Jahrgängen ist die Qualität sowohl vertikal als auch horizontal sehr hoch. Tolle Weine gibt es in allen Preissegmenten und Appellationen – einen Sieger herauszustellen fällt für die 16er Rotweine schwer. Ähnlich wie für die Weiß- und Süßweine wurde in den meisten Châteaux ein hoher Ertrag eingebracht und trug sicherlich neben der hohen Qualität dazu bei, dass die Bordelaiser Winzer aus dem Grinsen nicht mehr herauskamen.</p>
<p>Ist der 2016er ein großer Jahrgang? Schaut man sich die Bedingungen im Sommer und Herbst an, dann sieht man relativ schnell, dass vor allem die roten Trauben begünstigt wurden. In vielen Châteaux gehören die Rotweine sicherlich mit zum Besten, was jemals erzeugt wurde – und das entlang der gesamten Qualitätspyramide. Für die meisten weißen Trauben ging die heiße und trockene Phase am Ende mit einer Einbuße an Frische und Aromapotential daher und nur wenige Weine aus diesem Segment erreichen die Höhe ihrer roten Kollegen. Fazit: gut bis sehr gut für weiß und süß und sehr gut bis groß für rot – das ist in Kürze der 2016er Bordeaux.</p>
<p>Meine TOP 50:</p>
<p><em>Mouton-Rothschild</em> – definitiv ein ganz großer Mouton und für mich einer der Weine des Jahrgangs / gewaltige Tiefe / viel Frische und Finesse / 19,5++</p>
<p><em>Vieux Chateau Certan</em> – explosive pure Frucht / frisch / ultralang / 19,5+</p>
<p><em>Lafite Rothschild</em> – verbindet die Leichtigkeit des Seins mit großartigem Tiefgang / einer der finessenreichsten Weine des Jahrgangs / 19,5+</p>
<p><em>Latour</em> – 93% Cabernet Sauvignon / strukturiert / massiv / riesiges Potential / 19,5</p>
<p><em>Haut Brion</em> &#8211; powerful und dicht / hält vermutlich 100 Jahre und länger / Geduldswein / 19,0+</p>
<p><em>Lafleur</em> – konzentrierte Frucht / muskulös / großartiges Potential / 19,0</p>
<p><em>Haut Brion blanc</em> – wie immer eine Klasse für sich und eine der ganz wenigen großen weißen Bordeaux in 2016 / 19,0</p>
<p><em>Yquem</em> – wieder ein Traumstoff mit kristalliner Frucht, seidenweicher Textur und viel Frische im sehr langen Finale / 19,0</p>
<p><em>Margaux</em> – fein und perfekt proportioniert wie immer wenn auch für mich einen Tick hinter dem tollen 2015er / unglaubliche 50 hl/ ha wurden in 2016 vom Grand vin produziert / 19,0</p>
<p><em>Palmer</em> – großartiger Fokus und Finesse / auf dem Level von Château Margaux / 19,0</p>
<p><em>Montrose</em> – vermutlich einer konzentriertesten und massivsten Weine in 2016, aber trotzdem sehr stylisch / ähnlich wie HB wird man hier lange warten müssen / 18,5++</p>
<p><em>Leoville las Cases</em> – wie üblich sehr zurückhaltend und aristokratisch / dahinter aber schlummert Tiefe, Struktur sowie konzentrierte Frucht / klassischer LLC / 18,5+</p>
<p><em>Ducru Beaucaillou</em> – exotisch, spleenig und expressiv / high energy wine / 18,5</p>
<p><em>L´Eglise Clinet</em> – feinsinnige Frucht und geschliffenes Tannin / 100% Durantou Style / 18,5</p>
<p><em>Cos d´ Estournel</em> – hat im Vergleich zu früheren Jahren abgenommen und das steht ihm verdammt gut / elegant / zeigt wirkliche Klasse / 18,5</p>
<p><em>La Mission Blanc</em> – viel Energie und fast kristalline Frucht / besitzt nicht ganz die Tiefe von HB blanc / 18,5</p>
<p><em>Pontet Canet</em> – nur 35 hl / ha / 45% Ausbau in Beton-Amphoren / reichhaltige Frucht / geschliffen / viel Energie / 18,5</p>
<p><em>Petrus</em> – sehr sinnliche Frucht aber auch einer der wenigen Weine, wo man deutlich den Alkohol spürte (14,5%) / braucht definitiv Zeit / 18,0+</p>
<p><em>Figeac</em> – auf den Punkt reife animierende Frucht, dazu viel Rückgrat und Frische / toller Figeac / 18,0+</p>
<p><em>La Mission Haut Brion</em>  – verrückte Nase mit intensiven Cumin flavours / geradlinig und drahtig / gute Länge / 18,0</p>
<p><em>Pape Clement</em> – seit einigen Jahren absolute Spitzenklasse in Péssac und so auch in diesem Jahr / pure / klassischer Zuschnitt mit hohem Spaßfaktor / 18,0</p>
<p><em>Brane Cantenac</em> &#8211; einer der Überraschungen des Jahrgangs und Bestätigung eines Aufwärtstrends / auf diesem Level gehört BC definitiv zur Spitzenklasse in Margaux / glänzend poliertes Tannin / viel Extrakt und trotzdem Feinheit / Kaufempfehlung / 18,0</p>
<p><em>Leoville Barton</em> &#8211; auch in diesem Jahr gibt es an LB nicht auszusetzen /  bleibt seiner Stilistik treu und verbindet Understatement mit Struktur und Ausdruck / 18,0</p>
<p><em>Lynch Bages</em> &#8211; Turbo Wein mit viel Power und Konzentration / very much Pauillac / 18,0</p>
<p><em>Smith Haut Laffite</em> – nur einen Tick hinter Pape Clement / extrovertierter Style mit hohem Tempo / 17,5+</p>
<p><em>Canon &#8211; </em>die Benchmark für Canon ist der außerirdische 2015er und das hat man nicht ganz erreicht / besitzt zwar Tiefe und Dichte aber nicht diese Finesse, die den vergangenen Jahrgang auszeichnet / 17,5+</p>
<p><em>Les Forts de Labour</em> – unverkennbar Latour Style / viel Würze / dicht / lässt wie üblich einige klassifizierte Weine alt aussehen / 17,5</p>
<p><em>Domaine de Chevalier</em> – sehr klare fokussierte Frucht / viel Frische, Energie und feines Tannin / 17,5</p>
<p><em>Rauzan Segla</em> – dramatische Nase mit Amarena und exotischer Würze / könnte etwas mehr Tiefgang am Gaumen haben aber zeigt deutlich Finesse / 17,5</p>
<p><em>Cheval Blanc</em> – aufgeschlossen und aromatisch / konzentriert aber lässt Finesse und wirkliche Klasse vermissen / 17,5</p>
<p><em>Pichon Comtesse</em> &#8211; saftige Frucht und expressive Nase / besitzt nicht ganz die Frische anderer 16er auf diesem Level / spontan gefällt mir der 15er besser / 17,5</p>
<p><em>Clerc-Milon</em> – beweist, dass alle Weine aus dem Mouton Stall in diesem Jahr Klasse besitzen / kompakt / strukturiert / feines Tannin / 17,5</p>
<p><em>Angelus</em> – viel Power und Extrakt / lässt deutlich die Muskel spielen / hat sicherlich seine Liebhaber, mir ist es etwas too much / 17,5-</p>
<p><em>Saint Pierre</em> – coole Nase mit wilden Beeren und gecrushter Cassis / eleganter Style / 17,5</p>
<p><em>Canon La Gaffeliere</em> – für mich einer besten Canon la Gaffelieres in den letzten Jahren / verbindet Dichte mit Frische und trocknet nur im Finale leicht aus / 17,5</p>
<p><em>Pavie Maquin</em> – sehr animierende Nase / besitzt nicht ganz die Dramatik der großen 16er aber zeigt dafür Geschlossenheit und einen roten Faden / 17,5</p>
<p><em>Petit Mouton</em> – bester Petit Mouton der letzten Jahre / expressive Nase / viel Textur und Frucht / macht jetzt schon Spaß / 17,5</p>
<p><em>Branaire Ducru</em> – besitzt Ausstrahlung und Charme / saftige Frucht / macht sicherlich schon jung viel Spaß / 17,5</p>
<p><em>Le Pin</em> &#8211; viel Frucht und cremige Textur / wirkt momentan etwas behäbig / vielleicht bringt die Entwicklung etwas mehr Gleichgewicht / 17,5</p>
<p><em>Lagrange</em> – das Suntory-Weingut steht immer im Schatten der anderen Stars in St-Julien und produziert dabei von Jahr zu Jahr sehr zuverlässige Weine / der 16er ist da keine Ausnahme und wird sicherlich zu den Great Value Weinen gehören / 17,5</p>
<p><em>Gruaud Larose</em> – würzige Nase / kompakt / robust / braucht definitiv Zeit / 17,0++</p>
<p><em>Troplong Mondot</em> &#8211; viel Substanz und expressive Frucht / Im Gegensatz zu vegangenen Jahren diesmal balanciert und mit einigen Nuancen an Finesse / 17,0+</p>
<p><em>Suduiraut</em> – Muskelprotz / ausladende Nase mit viel Exotik und süßem Holz / anhaltend / 17,0+</p>
<p><em>Doisy Daene</em> – viel Grapefruit / etwas Botrytis / einer der wenigen Sauternes mit Frische und Agilität / 17,0+</p>
<p><em>Grand Mayne</em> – einer der vielen sehr guten St-Emilions in diesem Jahr / attraktive Nase / besitzt viel Reiz und seidige Textur / 17,0</p>
<p><em>Clinet</em> &#8211;  gefällt mir in 2016 ausgesprochen gut / klare Frucht / saftig / elegant / 17,0</p>
<p><em>de Fargues</em> – viel Botrytis / weich / saftig / sweet finish / 17,0</p>
<p><em>D´ Armailhac &#8211;</em> definitiv einer der besten d´Armailhac der letzten Jahre / fast schlank / elegant / fokussierte Frucht / 17,0</p>
<p><em>L´If</em> &#8211; besitzt für mich mehr Agilität als Le Pin aus dem selben Haus, auch wenn in der Nase ein Hauch von Überreife zu erkennen ist / 17,0</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weitere Tasting notes schicke ich auf Anfrage gern zu.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Cool Climate Wine Symposium 2016</title>
		<link>https://www.weinreferenten.de/verschiedenes/cool-climate-wine-symposium-2016/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
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					<description><![CDATA[Letzte Woche fand in Brighton (England) das neunte Internationale Cool Climate Wine Symposium statt. Rund 600 Delegierte und Speaker beschäftigten sich mit mit den Herausforderungen des Weinbaus in kühlen klimatischen Bedingungen, Strategien zur Optimierung von Qualität und Ertrag, aktuellen Forschungsergebnissen, neuen technischen Applikationen und der Vermarktung von Cool Climate Weinen im internationalen Markt. Verschiedene Tastings ... <a title="Cool Climate Wine Symposium 2016" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/verschiedenes/cool-climate-wine-symposium-2016/" aria-label="Mehr Informationen über Cool Climate Wine Symposium 2016">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche fand in Brighton (England) das <a href="http://www.iccws2016.com/" target="_blank" rel="noopener">neunte Internationale Cool Climate Wine Symposium</a> statt. Rund 600 Delegierte und Speaker beschäftigten sich mit mit den Herausforderungen des Weinbaus in kühlen klimatischen Bedingungen, Strategien zur Optimierung von Qualität und Ertrag, aktuellen Forschungsergebnissen, neuen technischen Applikationen und der Vermarktung von Cool Climate Weinen im internationalen Markt. Verschiedene Tastings und Präsentationen u.a. von englischen Produzenten, der Österreichischen Weinmarketing (ÖWM) und Wines of Canada rundeten die drei Tage perfekt ab. Letztere bekamen den Zuschlag für das zehnte Symposium, welches 2020 in Ontario stattfinden wird.</p>
<p><a href="http://www.janek-schumann.de/archives/2156" target="_blank" rel="noopener">Lesen Sie hier weiter!</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Adler-Weine</title>
		<link>https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/adler-weine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weinverkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
		<category><![CDATA[Grosse Gewächse VdP 2009]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern fand die erste Präsentation der Großen Gewächse des Jahrgangs 2008/ 09 (Weiß 2009, Rot 2008) der Winzer des VdP in Berlin statt – die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des VdP bildeten dabei einen stimmungsvollen Rahmen und lockten eine Menge Prominenz an, wie Hugh Johnson oder Jancis Robinson.  140 Winzer mit rd. 300 Weinen waren ... <a title="Adler-Weine" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/adler-weine/" aria-label="Mehr Informationen über Adler-Weine">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern fand die erste Präsentation der Großen Gewächse des Jahrgangs 2008/ 09 (Weiß 2009, Rot 2008) der Winzer des VdP in Berlin statt – die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des VdP bildeten dabei einen stimmungsvollen Rahmen und lockten eine Menge Prominenz an, wie Hugh Johnson oder Jancis Robinson.  140 Winzer mit rd. 300 Weinen waren am Start – zuviel für vier Stunden Tasting. Aus diesem Grund ließ ich einige Regionen, die ich im Frühjahr/ Sommer diesen Jahres besucht hatte, fast völlig links liegen, konzentrierte mich auf die anderen Gebiete und auf Riesling. Einige Fazits vorweg:</p>
<p><strong>1.</strong> Die Großen Gewächse (weingesetzlich nicht geregelt) sollen nach den Richtlinien des VdP die Spitzenweine Deutschland abbilden – wie in den Vorjahren gab es auch gestern eine Menge Weine, die diesem Anspruch nicht gerecht wurden und nur Durchschnitt waren. Zahlenmäßig legten die Großen Gewächse gegenüber dem Vorjahr erneut zu, aber nur ein “GG” auf dem Frontlabel abzudrucken, langt eben nicht aus.</p>
<p><strong>2.</strong> Ist 2009 ein Spitzenjahrgang – ja oder nein?  Teilweise kontroverse Diskussionen in den letzten Wochen und Monaten, dazu der Vergleich zu 2008.  Im letzten Jahr wurde bei der GG-Verkostung der 08er von vielen als zu mager und säurebetont kritisiert. Kaum hat man einen Jahrgang mit mehr Frucht und Stoff, schlägt das Pendel zurück. Etwas schräg, oder?  Sicherlich Ansichtssache und persönliche Vorliebe, ob ob man eher den schlankeren Jahrgang 2008 oder den fülligeren, kurvenreichen Jahrgang 2009 präferiert. Ich probierte eine Menge Traumweine in 2009 und das rechtfertigt es für mich, von einem sehr guten oder Spitzenjahr zu sprechen – dass es auch Weine am unteren Ende der Qualitätsskala gibt, liegt in der Natur der Dinge, da ja neben einem perfekten Reife- und Witterungsverlauf auch der Winzer, sein Anspruch und sein Können dazu gehört.</p>
<p><strong>3.</strong> Restzucker – auch in 2009 wieder ein Thema. Eine Überarbeitung der Kriterien des VdP, nur “gesetzlich trockene” Weine als Grosse Gewächse zu definieren ist sicherlich überdenkenswert. Einige Weine an der Mosel hungerten sich geradezu in das Grosse Gewächse Regularium, obwohl ihnen ein paar Gramm Restsüsse besser zu Gesicht gestanden hätten. Selbe Problematik im Rheingau, wo zu viele Weine nur durch hohen Alkohol und Stoffigkeit glänzten – von Balance im Wein weit und breit keine Spur. Kurioserweise war dann auch der “Größte ” Wein des Tages für mich ein Wein, der deutlich Restzucker hatte und offiziell gar kein Grosses Gewächs ist: der <em>Uhlen “Blaufüsser Lay”</em> von <em>Heymann-Löwenstein</em>.</p>
<p><strong>Mosel:</strong> Neben der o.g. Problematik eine Reihe von guten und sehr guten Weinen, u.a. von <em>Dr. Loosen, Karthäuserhof, Grans-Fassian und Fritz Haag</em>. <em>Van Volxem</em> zeigte ebenfalls eine geschlossene Leistung und perfekt gearbeitete Weine, auch wenn für mich der Lagencharakter unter dieser Perfektion litt. Überflieger an der Mosel <em>Heymann-Löwenstein</em> – atemberaubende, fast dramatische Weine mit dem Höhepunkt <em>Uhlen Blaufüsser Lay Riesling</em>: kristallin / mineralisch / präzise / perfekte Balance / ellenlang, unheimlich frisch und geschliffene Frucht – Traumwein! / 18,5+. Wie erwähnt, sind alle Weine von <em>Heymann-Löwenstein</em> keine Großen Gewächse im Sinne der VdP-Klassifikation.</p>
<p><strong>Rheingau: </strong>Hinter anderen Regionen wie Mosel, Nahe, Pfalz und Rheinhessen. Wirkliche Spitzen fehlten genauso wie <em>Peter-Jakob Kühn, Breuer </em>und<em> Leitz.</em></p>
<p><strong>Nahe: </strong>Einmal mehr absolut top das Dreigestirn <em>Dönnhoff, Emrich-Schönleber, Schäfer-Fröhlich</em>. Letzterer hatte diesmal die Nase vorn. Bärenstarke Kollektion, mustergültig gebaute Weine, fast monumental Felseneck und Halenberg<strong>. </strong>Etwas enttäuschend das als Aufsteiger gehandelte <em>Gut Hermannsberg </em>mit von Schwefel geprägten und harschen, unbalancierten Weinen.</p>
<p><strong>Pfalz: </strong>Viele hervorragende Weine – <em>Reichsrat von Buhl, Rebholz (Ganz Horn), Christmann (Idig </em>und<em> Mandelgarten)</em>. Etwas dahinter <em>Bassermann-Jordan</em> und <em>Siegrist</em>. Entäuschend <em>Dr. Wehrheim</em>.</p>
<p><strong>Rheinhessen: </strong>Viel im Sommer probiert, wenig gestern. Einmal mehr bestätigt <em>Kirchspiel</em> von <em>Wittmann</em> – grandioser, facettenreicher und tiefgründiger Wein.</p>
<p><strong>Franken:</strong> Wenig probiert, daher nicht repräsentativ. Überzeugend <em>Riesling Centgrafenberg </em>von<em> Rudolf Fürst</em>.</p>
<p><strong>Sachsen:</strong> Ein großes Gewächs – <em>Weißburgunder Schloss Proschwitz</em> – gut, aber GG?</p>
<p>Baden, Würtemberg, Mittelrhein und mehr zu Franken folgen dann zur zweiten Runde Ende September auf Kloster Eberbach.</p>
<p>Janek Schumann</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sachsen meets Mosel  &#8211; von Janek Schumann</title>
		<link>https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/sachsen-meets-mosel-von-janek-schumann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weinverkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
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					<description><![CDATA[Gemeinsame Jahrgangspräsentation von Klaus Zimmerling und Clemens Busch in Dresden-Pillnitz. Erneut überzeugende Weine von Klaus Zimmerling im mengenmäßig katastrophalen Jahrgang 2009 &#8211; kein Müller-Thurgau, kein Traminer, Mikromengen von Weiß- und Grauburgunder. Ab dem 2009er Jahrgang verwendet Klaus Zimmerling als erster Winzer in Sachsen ausschließlich Schraubverschlüsse.  Riesling 09: zunächst verhalten / klare Frucht / weißer Pfirsich ... <a title="Sachsen meets Mosel  &#8211; von Janek Schumann" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/sachsen-meets-mosel-von-janek-schumann/" aria-label="Mehr Informationen über Sachsen meets Mosel  &#8211; von Janek Schumann">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gemeinsame Jahrgangspräsentation von Klaus Zimmerling und Clemens Busch in Dresden-Pillnitz. Erneut überzeugende Weine von Klaus Zimmerling im mengenmäßig katastrophalen Jahrgang 2009 &#8211; kein Müller-Thurgau, kein Traminer, Mikromengen von Weiß- und Grauburgunder. Ab dem 2009er Jahrgang verwendet Klaus Zimmerling als erster Winzer in Sachsen ausschließlich Schraubverschlüsse.  <strong>Riesling 09</strong>: zunächst verhalten / klare Frucht / weißer Pfirsich / vibrierend / saftig / dezente Restsüsse / elegant / mittlere Länge / jetzt &#8211; 2014 / 15,5.   <strong>Riesling &#8222;R&#8220; 09</strong>: noch verschlossen / reife Frucht / mittlerer Körper / balancierte Säure / zeigt am Gaumen viel Schmelz und Substanz / besitzt Potential / 2011 &#8211; 2017 / 16,5.   <strong>Riesling &#8222;A&#8220; 09</strong>: kühle Exotik / kristalline Frucht / balancierende Restsüsse / nochmal eine Stufe nachhaltiger und kraftvoller als der &#8222;R&#8220; / seidige Textur / elegant / gute Länge / 2011 &#8211; 2018 / 17,0.  <strong>Weißburgunder &#8222;A&#8220; 09</strong>: gelbe Frucht / verhalten / florale Noten / voller Körper / konzentriert / fast stoffig / Alk. 13,5 % Vol. / vom Alkohol getragener mittlerer Abgang / 2011 &#8211; 2014 / 15,0.  <strong>Grauburgunder &#8222;A&#8220; 09</strong>: unentwickelt / viel Würze / voller Körper / kraftvoll / fleshy / besser in Balance wie der WB &#8222;A&#8220; /  2011 &#8211; 2015 / 16,0+.  <strong>Spätburgunder Illusion (Blanc de Noir) 09</strong>: dezente rote Frucht / klar / mittlerer Körper / Alk. 13,5 % Vol. / saftige Frucht / extraktreich / sehr gute Balance / frisches Finish / jetzt bis 2014 / 16,0.</p>
<p>Clemens Busch präsentierte einen Querschnitt aus 08 und 09 &#8211; ein Großteil der 09er wird erst in den kommenden Wochen gefüllt. Stilistisch sind die Weine eigenwillig und tragen deutlich eine Handschrift: Struktur, innere Tiefe und Potential statt Hochglanzfassade und vordergründige Frucht. Die beiden 09er vom Grauen und Roten Schiefer zeigen, wieviel Zeit die Weine vom Clemens Busch brauchen: fast untrinkbar zum jetzigen Zeitpunkt, sperrig, unruhig, mit reduktiven und medizinalen Noten. Was ein Jahr Entwicklung ausmacht, demonstrieren die 09er Großen Gewächse: <strong>Marienberg GG 08</strong>: vollreife Frucht / florale Noten / pure / fest strukturiert / salzige Mineralität / kraftvoll / extraktreich / mittlere Länge / 2011 &#8211; 2017 / 16,5.  <strong>Marienberg &#8222;Rothenpfad&#8220; GG 08</strong>: reife Frucht / kräutrig &#8211; ätherische Noten / voller Körper / konzentriert / monolithisch / sehr gute Länge / 2011 &#8211; 2019 /17,0+.  <strong>Marienberg &#8222;Fahrlay&#8220; GG 08</strong>: zurückhaltend / flinty / Würze / florale Noten / moderate Restsüsse / kräftige Säure / feste Struktur / zeigt gute Balance und Länge / 2011 &#8211; 2017 / 16,5+.  <strong>Marienberg &#8222;Fahrlay&#8220; 07:</strong> exotische Touch / fruchtbetonter und mehr Restsüsse als 08, was etwas zu Lasten der Struktur und Präzision geht / wirkt etwas stumpf / Zeit geben ? / 15,5.  <strong>Marienberg Kabinett 09</strong>: mineralischer Touch / weißer Pfirsich / Apfel / schlank / saftig / sehr gute Restsüsse &#8211; Säure Balance / frisches Finish / klassisch Mosel / jetzt bis 2014 / 15,0.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Zimmerling-Probe.jpg" data-lbwps-width="2048" data-lbwps-height="1536" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Zimmerling-Probe-900x675.jpg"><img decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Zimmerling-Probe-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd>Tasting in fast privater Atmosphäre im Weintempel von Klaus Zimmerling</dd>
</dl>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Im Zeichen des Riesling</title>
		<link>https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/im-zeichen-des-riesling/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weinverkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
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					<description><![CDATA[Ganz im Zeichen des Riesling stand eine Tour durch die Pfalz, Rheinhessen und den Rheingau gemeinsam mit Helmut Klingler, Gerhard Mayr, Journalist bei WeinPur (Österreich)  und Bernhard Kammerlander, Gastronom in Wörgl. Auftakt beim Traditionsgut Dr. Bürklin Wolf, Wachenheim. Zum Empfang eine Spätlese Ruppertsberger Hoheburg 1971: Kandierte Früchte / Marzipan / kraftvoll / am Gaumen viel ... <a title="Im Zeichen des Riesling" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/im-zeichen-des-riesling/" aria-label="Mehr Informationen über Im Zeichen des Riesling">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ganz im Zeichen des Riesling stand eine Tour durch die Pfalz,  Rheinhessen und den Rheingau gemeinsam mit Helmut Klingler, Gerhard  Mayr, Journalist bei WeinPur (Österreich)  und Bernhard Kammerlander,  Gastronom in Wörgl. Auftakt beim Traditionsgut Dr. Bürklin Wolf,  Wachenheim. Zum Empfang eine Spätlese Ruppertsberger Hoheburg 1971:  Kandierte Früchte / Marzipan / kraftvoll / am Gaumen viel Würze /   deutliche Säure / balanciert / vital / gute Länge / 16,5. Danach ein  Querschnitt der Jahrgänge 08 und 09 sowie einige ältere Weine.  Bürklin-Wolf stellte vor einigen Jahren auf biodynamischen Anbau um &#8211;  die Ergebnisse der beiden letzten Jahrgänge bestätigen den  Aufwärtstrend, der mit dieser Umstellung zusammenhängen könnte. Die  Weine zeigen ausgeprägte Mineralität, zur Fülle und Intensität der  früheren Jahrgänge paart sich jetzt mehr Präzision und Ausgewogenheit.  Herausragend aus den 08er Großen Gewächsen der Pechstein G.C. &#8211; feste  Struktur / extraktreich / mineralisch / salzig / Würze / lang / bis 2020  / 17,5. Auch die 09er Premier Crus überzeugen, z. Bsp. der Wachenheimer  Gerümpel: gelbe Früchte / Pfirsich / kräftiges Rückgrat / präzise /  kräftige, balancierte Säure / mittlere Länge / bis 2018 / 16,5+.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Steffen-Brahner.jpg" data-lbwps-width="640" data-lbwps-height="428" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Steffen-Brahner.jpg"><img decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Steffen-Brahner.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>Tasting mit Steffen Brahner, Geschäftsführer Dr. Bürklin-Wolf</dd>
</dl>
</div>
<p>Zweiter Termin bei Hansjörg Rebholz, Siebeldingen. Seit Jahren eine  sichere Bank für charaktervolle Weine, die in den letzten Jahrgängen  noch kompromissloser und strukturierter ausgefallen sind und bewußt auch  Ecken und Kanten haben dürfen. Nach einer ausführlichen Tour durch alle  Lagen des Weingutes ein Überblick über den aktuellen Jahrgang 2009.  Durchweg haben alle Weine überzeugt &#8211; vom Einstiegswein NatUrSprung bis  hin zu den großen Gewächsen. Toll wie bei den Weinen der jeweilige Boden  oder Lagencharakter herausgearbeitet wurde, z. Bsp. bei der Riesling  &#8222;S&#8220; Range vom Buntsandstein, Muschelkalk und Rotliegenden. Am meisten  polarisierte das Große Gewächs Riesling Ganz Horn &#8211; der radikalste Wein  der gesamten Probe: sehr klare Nase / reife Frucht / stahlige Struktur /  mineralisch / salzig / puristisch / lang / großes Potential / bis 2025 /  18,0+.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/HJ-Rebholz.jpg" data-lbwps-width="640" data-lbwps-height="428" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/HJ-Rebholz.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/HJ-Rebholz.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>Querdenker und Visionär: Hansjörg Rebholz</dd>
</dl>
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<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Tasting-Room-Rebholz.jpg" data-lbwps-width="640" data-lbwps-height="428" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Tasting-Room-Rebholz.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Tasting-Room-Rebholz.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>Im Tasting Room von Rebholz</dd>
</dl>
</div>
<p>Nächster Termin mit VdP-Präsident Steffen Christmann in Gimmeldingen.  Wie bei den beiden vorherigen Betrieben werden die Weinberge  biodynamisch bewirtschaftet. Stilistisch in 09 eher elegant statt pure  Power, dazu besitzen die besten Weine viel Tiefe und kristallklare  Frucht. Mein Highlight an diesem Tag: der Riesling Königsbacher Ölberg  von Löß/ Kalksteinböden. &#8222;Kühle&#8220; Nase / saftige Frucht / viel Schmelz /  mineralisches Rückgrat / hervorragende Balance / gute Länge / fast schon  ein Großes Gewächs / sehr guter Value-Wein / bis 2018 / 17,0+.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Steffen-Christmann.jpg" data-lbwps-width="640" data-lbwps-height="428" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Steffen-Christmann.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Steffen-Christmann.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>VdP-Präsident Steffen Christmann</dd>
</dl>
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<div>
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<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Idig.jpg" data-lbwps-width="640" data-lbwps-height="428" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Idig.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Idig.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>Paradelage Königsbacher Idig</dd>
</dl>
</div>
<p>Letzter Pfalz-Termin bei Köhler-Rupprecht in Kallstadt. Eine der  traditionellen Hochburgen in ganz Deutschland Wer Frucht, Schmelz und  Seidigkeit sucht, ist hier fehl am Platz. Struktur, Struktur, Struktur &#8211;  das ist der Stil der Weine. Eigenwillig, unberechenbar, in jungen  Jahren schwer zu verstehen, fast abweisend. Hier ist Geduld angesagt &#8211;  schwierig in unser Tempo-Epoche. Paradelage ist der Kallstädter Saumagen  mit Kalksteinböden und Südlage. Nach einer Maischestandzeit von 12-18 h  werden die Weine spontan im großen Holz vergoren &#8211; manchmal bis in den  Sommer hinein. Wir probierten einen Querschnitt der Jahrgänge 06 bis 08.  Grandios werden könnte die trockene Saumagen Auslese &#8222;R&#8220; 07:  floral-kräutrige Aromatik / gelbe Früchte / kräftiger Körper / dicht /  fest / viel Mineralität und Würze / extraktreich / fast schmerzhaft bei  soviel Struktur / anhaltend / ab frühestens 2015 &#8211; 2030 / 17,0++.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Keller-Koehler-Rupprecht.jpg" data-lbwps-width="640" data-lbwps-height="428" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Keller-Koehler-Rupprecht.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Keller-Koehler-Rupprecht.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>Im Keller von Koehler-Rupprecht &#8211; hier ticken die Uhren noch anders&#8230;</dd>
</dl>
</div>
<p>Danach ging´s weiter nach Rheinhessen zu Wittmann mit der Gelegenheit  zum zweiten Mal innerhalb von kurzer Zeit die gesamte 09er Palette zu  verkosten. Der erste hervorragende Eindruck vom Juni wurde bestätigt und  zum Teil übertroffen &#8211; erstaunlich, was 4 Wochen Reife ausmachen  können. Wiederum grandios Kirchspiel Großes Gewächs, der für mich mit  seiner präzisen und eleganten Struktur einer der Weine des 09er  Jahrgangs ist (18,0).</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Philipp-Wittmann.jpg" data-lbwps-width="640" data-lbwps-height="428" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Philipp-Wittmann.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Philipp-Wittmann.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>Qualitätsfanatiker Philipp Wittmann</dd>
</dl>
</div>
<div>
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<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/bei-Wittmann.jpg" data-lbwps-width="640" data-lbwps-height="428" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/bei-Wittmann.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/bei-Wittmann.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd>Sorgt für Glücksgefühle: Riesling Kirchspiel 09 von Wittmann</dd>
</dl>
</div>
<p>Abschluß der Tour im Rheingau bei Peter-Jakob Kühn. Ebenfalls sehr  überzeugende 09er Weine &#8211; kristalline, fast durchscheinende Weine mit  Substanz und animierender Frucht. Meine Favoriten Riesling Quarzit und  Riesling Spätlese Lenchen: expressive Nase / Pfirsich / seidige Textur /  schmelzig / viel Finesse / sinnlich / bis 2020 / 17,0.</p>
<p>Fazit unserer Tour: an anderen Dingen sparen und viele 09er Weine aus Deutschland  kaufen. Es lohnt sich &#8211; so langsam kann man  (zumindest vorsichtig) von einem  großen Jahrgang sprechen.</p>
<p>Janek Schumann</p>
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		<title>Asian Power &#8211; Vinexpo 2010 in Hongkong</title>
		<link>https://www.weinreferenten.de/weinwissen/asian-power-vinexpo-2010-in-hongkong/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 May 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weinreisen]]></category>
		<category><![CDATA[Weinwissen]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://2025.weinreferenten.de/2010/05/31/asian-power-vinexpo-2010-in-hongkong/</guid>

					<description><![CDATA[von Janek Schumann Asien ist im zukünftigen Wachstum des globalen Weinmarktes das Maß aller Dinge. Wenn es überhaupt noch eines Beweises dafür bedurfte – die am letzten Donnerstag zu Ende gegangene 6. Auflage der Vinexpo Asia – Pacific in Hongkong erbrachte diesen mit Nachdruck. Blick vom Convention and Exhibition Centre auf Victor Harbour Robert Beynat, ... <a title="Asian Power &#8211; Vinexpo 2010 in Hongkong" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/weinwissen/asian-power-vinexpo-2010-in-hongkong/" aria-label="Mehr Informationen über Asian Power &#8211; Vinexpo 2010 in Hongkong">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Janek Schumann</em></p>
<p>Asien ist im zukünftigen Wachstum des globalen Weinmarktes das Maß aller Dinge. Wenn es überhaupt noch eines Beweises dafür bedurfte – die am letzten Donnerstag zu Ende gegangene 6. Auflage der Vinexpo Asia – Pacific in Hongkong erbrachte diesen mit Nachdruck.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Victor-Harbour.jpg" data-lbwps-width="2048" data-lbwps-height="1536" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Victor-Harbour-900x675.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Victor-Harbour-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a> Blick vom Convention and Exhibition Centre auf Victor Harbour</dt>
</dl>
</div>
<p>Robert Beynat, Chief executive der größten Wein- und Spirituosenmesse in Asien zeigte sich zur abschließenden Pressekonferenz mehr als zufrieden: die Vinexpo 2010 brach alle Rekorde in Bezug auf Aussteller, Besucher und geschäftlichen Möglichkeiten. Rund 12.000 Besucher wurden gezählt – ein dickes Plus von 40% im Vergleich zur letzten Messe. 58% der Besucher kamen aus 25 asiatischen Ländern, geführt von China, Taiwan und Japan. 42% der Besucher waren aus Hongkong und Macau.  Auf der Besucherliste Importeure wie Suntory (Japan), ASC Fine Wine (China), Einkäufer von Airlines (Cathay Pacific, Thai Airways) sowie von Hyper- and Supermärkten (u.a Metro Asia und Woolworths). Auch die Aussteller zeigten mehrheitlich zufriedene Gesichter. Xavier Magen vom Libourner Negiocant Vedrenne berichtete von drei  arbeitsintensiven Tagen – alle wichtigen Importeure waren am Stand. Gleiches war von Olivier Schöpfer, Exportleiter der Winzergruppe Accents Sud-Ouest zu hören, für den Hongkong und China zu den wichtigsten zukünftigen Märkten gehören. Für ihn ist vor allem die Dynamik beeindruckend, in der sich der chinesische Markt entwickelt – sowohl im Absatz als auch in der Zunahme von Wissen und professionellen Umgang mit Wein.</p>
<p>Nachdem Frankreich in den letzten Jahren in fast allen wichtigen Abnehmerländern deutlich Federn lassen musste, gehören die asiatischen Länder und insbesondere Hongkong zu den Schlüsselmärkten für zukünftiges Wachstum. Hier ist die Welt noch in Ordnung – eine von drei verkauften Flaschen Wein in Hongkong ist französischen Ursprungs. Logischerweise stellte Frankreich auch die Mehrheit der Aussteller, aber auch Nationen wie Italien, Spanien  oder die USA zeigten deutlich Flagge und demonstrierten, das man vom Wachstumskuchen ein großes Stück abhaben will. China wurde als Weinproduzent  von zwei Betrieben repräsentiert: dem Giganten Dynasty aus Tianjin und Grace Vineyards aus der Provinz Shanxi.</p>
<p>Mehrfach beeindruckend war die Vinexpo auch in anderer Hinsicht.  Die Mehrzahl der Besucher war im Alter zwischen 20 – 30 Jahren.  Es zeigt, dass Wein bei den jüngeren Altersgruppen absolut „in“ ist und bestätigt optisch die Aussage einer Studie von <em>Wine Intelligence,</em> dass Importwein vor allem in der Zielgruppe unter 40 Jahren getrunken wird. Fast Wahnsinn das Interesse an den mehr als 30 begleitenden Veranstaltungen, Seminaren und Tastings. Volle Räume, emsig schreibende Teilnehmer und riesiger Informationsbedarf waren kennzeichnend für fast alle Veranstaltungen. Keine Frage, dass Asien in großen Schritten die noch klaffende Lücke in punkto Weinwissen im Vergleich zu Europa oder Amerika in den nächsten Jahren weitgehend schließen wird.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/DWI.jpg" data-lbwps-width="2048" data-lbwps-height="1536" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/DWI-900x675.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/DWI-300x225.jpg" alt="Reges Getümmel auch zu den Veranstaltungen am Stand des Deutschen wein" width="300" height="225" /></a>Reges Getümmel auch zu den Veranstaltungen am Stand des Deutschen Weininstitutes</dt>
</dl>
</div>
<p>Bei näherer Betrachtung des asiatischen Potentials wird klar, das vor allem China und mit gewissen Abstand Indien die Wachstumstreiber in den nächsten Jahren sein werden – auch wenn bei aller Euphorie das Ganze etwas differenzierter zu betrachten ist. Bis 2013 wird der Weinkonsum um 25% wachsen – viermal schneller als im Rest der Welt. Zum Ende dieser Periode wird China an  7. Stelle im weltweiten Weinkonsum stehen, was einem jährlichen Konsum von mehr als 900 Mio Litern entspricht. Basis dieses Wachstums von 31% in China &#8211; allerdings ausgehend von einem niedrigem Niveau (2009: pro Kopf Verbrauch 0,50 l) &#8211; sind eine nach wie vor boomende Wirtschaft (8,2% Wirtschaftswachstum in 2009), ein Zuwachs der urbanen Mittelklasse zwischen 18 – 50 Jahren (Einkommen jährlich &gt; 100.000 RMB = rd. 10.000 EUR) von 22,8 Mio auf 80 Mio in 2025, ein Verschiebung des Konsums von Bier und Spirituosen zu Wein sowie ein ungebrochener Trend zum westlich geprägten Lifestyle bei den schon erwähnten jüngeren Altersgruppen. Gesundheitspekte und gesellschaftliches Ansehen sind wichtige Gründe für den Genuss von Wein, wobei eindeutig Rotwein bevorzugt wird. Importierten Wein wird im Vergleich zu einheimischen Wein mit höherer Qualität und mehr Emotionalität verknüpft und spielt im Businessbereich den entscheidenden Part. Wein als Speisenbegleiter spielt bisher eher eine untergeordnete Rolle, auch wenn in vielen Top-Restaurants dieses Thema zunehmend Gewichtung findet (Tipp: <a title="Asianpalate" href="http://www.asianpalate.com" target="_blank" rel="noopener">www.asianpalate.com</a>). Aus der bereits erwähnten Studie von <em>Wine Intelligence</em> geht hervor, das regional starke Unterschiede bestehen. In Hongkong, Shanghai und anderen südchinesischen Großstädten dominiert ausländischer Wein die Regale und Restaurantkarten währenddessen in Nordchina und Beijing  mehr einheimischer Wein konsumiert wird. Größte Barrieren für den Export nach China sind komplizierte Einfuhrbestimmungen, eine Importtax von 48% sowie kulturelle und sensorische Unterschiede. Cesar Yang, Sales &amp; Marketing Director von Grace Vineyard sagte im Gespräch, dass die meisten Exportbetriebe einfach ihre Etiketten und Beschreibungen ins Chinesische übersetzen, ohne diese essentiellen Unterschiede zu beachten. So wird zum Beispiel der Deskriptor &#8222;Schokolade&#8220; in China ganz anders assoziiert als in Europa oder Australien. Eine Weinansprache, die genau diese Unterschiede berücksichtigt und auf regionale Sinneseindrücke und Beschreibungen abgestimmt ist, gehört zu den ersten Hausaufgaben für den Export in den asiatischen Raum.</p>
<p>Das China auch als Produzent zunehmend ernst zu nehmen ist, beweisen derzeit rd. 600 etablierte Betriebe, die auf rund 500.000 ha jährlich rd. 12 Mio hl produzieren (Angaben OIV). Ein riesiger Technologie- und Wissentransfer aus Frankreich haben in den letzten Jahren deutlich ihre Spuren hinterlassen. Rund Dreiviertel des Marktes wird von einigen Giganten wie Dynasty oder Great Wall dominiert, die nach internationalem Vorbild aus französischen Sorten Designer-Weine herstellen und für die Zukunft ambitionierte Ziele haben. Die 1980 als Joint-Venture (zusammen mit Remy Cointreau) gegründete Dynasty Fine Wine Group gab mit ihrer Präsentation auf der Vinexpo eine globale Marschrichtung vor. Strategische Partnerschaften (u.a. Grand Chais de France, Henkell) sollen dabei helfen, den Absatz außerhalb China´s anzukurbeln, auch wenn zwischen dem eigenem Anspruch als &#8222;One of the world´s leading wine and spirits operators&#8220; und den doch eher biederen und substanzarmen Weinen noch große Lücken klaffen. Das man sich längst auf Augenhöhe mit dem Vorbild Frankreich sieht, beweist die Eröffnung des &#8222;Dynasty Château&#8220; anläßlich des 30. Geburstages von Dynasty in diesem Jahr. Für Superlative fehlen die Worte angesichts der gigantischen Größe des neuen archiktonischen Aushängeschildes &#8211; jedes Bordeaux-Château sieht daneben wie eine Hundehütte aus.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Dynasty.jpg" data-lbwps-width="2048" data-lbwps-height="1536" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Dynasty-900x675.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Dynasty-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Am Stand von Dynasty</dt>
</dl>
</div>
<p>Einen anderen Ansatz verfolgt Grace Vineyards in Shanxi. Gegründet in 1997, wird das Weingut heute von der dynamischen  Judy Leissner geleitet. Auf der rd. 200 ha mit sandig-lehmigen Böden werden vorwiegend Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Chardonnay angepflanzt. In den letzten Jahren kam noch etwas Riesling dazu. Das extrem kontinentale Klima mit Frost und Reifeproblemen spiegelt sich in den Weinen wieder und macht jedes Jahr zur echten Herausforderung. Chief-Winemaker ist der Australier Ken Murchison, der zurzeit den Fokus auf die Arbeit im Weinberg setzt. Statt Menge werden hier ganz klar Qualitätsziele verfolgt &#8211; für die nächsten Jahre ist nur eine geringe Ausweitung der Flächen geplant. Der Großteil der Produktion wird in der Region und in Großstädten wie Shanghai und Beijing verkauft, wo man auch eigene Outlets eröffnet hat. Seit 2008 wird gemeinsam mit Torres (Spanien) an der &#8222;Symphony-Serie&#8220; gefeilt &#8211; erster Wein ist ein halbtrockener Muskat für das Pairing zur chinesischen Küche.</p>
<div>
<dl>
<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Ken-Grace-Vineyards.jpg" data-lbwps-width="2048" data-lbwps-height="1536" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Ken-Grace-Vineyards-900x675.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Ken-Grace-Vineyards-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Chief-Winemaker Ken Murchison, Grace Vineyards</dt>
</dl>
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<p>Ein beherrschendes Thema während der Vinexpo war natürlich angesichts der 2009er Bordeaux-Primeurkampagne der Fine Wine Markt in Asien. Hongkong hat vor wenigen Wochen New York als Fine Wine capital abgelöst &#8211; nirgendwo in der Welt lagert mehr hochwertiger Bordeaux als in Hongkong. David Elswood, International Director of Wine of Christie´s erläuterte während einer Interviewstunde die Gründe für diesen Aufstieg und gab einen Ausblick für die nächsten Jahre. Christie´s führt neben 4-5 anderen Auktionshäusern jährlich zwei Auktionen in Hongkong durch &#8211; rd. ein Drittel des weltweiten Umsatzes im Wein-Auktionsgeschäft werden hier generiert. Gründe für den Erfolg in Hongkong sind u.a.  ein etablierter und kontinuierlich gewachsener Markt für High-End Weine in den letzten zehn Jahren, eine stabile finanzielle Basis, gewachsenes Wine-Knowledge und natürlich die Reduzierung der Import-Tax auf 0 % vor zwei Jahren. Insgesamt haben Auktionen einen Anteil von 10% am gesamten Markt für Feine Weine. Im Gegensatz zu Europa oder Amerika ist es jedoch ein Investement for Enjoyment &#8211; ein Großteil der Weine dient nicht zur Anlage, sondern wird getrunken. Jeder kann sich ausrechnen, dass dies die Nachfrage nach den gesuchtesten Weinen in den nächsten Jahren zusätzlich anheizen wird. Einige Weine im Fälschungen sind natürlich wie bei anderen Luxusartikeln besonders in Asien ein Problem. Für David Elswood wird Hongkong auch in den nächsten Jahren die Nr. 1 im Vergleich zu anderen wichtigen Handelsplätzen wie Tokio oder Singapur sein. Bordeaux 2009 ist für ihn ein Zeichen einer möglichen Überhitzung des Marktes &#8211; möglichweise wird in den nächsten 3-4 Jahren die Spekulationsblase platzen. Kritisch sieht Elswood, dass insgesamt eine relativ geringe Anzahl an Käufern den Markt im absoluten High-End Geschäft kontrollieren &#8211; einer der Gründe, warum sich Weine wie Lafite vom restlichen Markt vollkommen abgekoppelt haben. Präzise auch die Antworten auf die Frage zum zukünftigen Weinland China: &#8222;fast growing, unlimited potential, maybe price advantage, maybe some excellent wines&#8220;.</p>
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<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Elsewood1.jpg" data-lbwps-width="2048" data-lbwps-height="1536" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Elsewood1-900x675.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Elsewood1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Interview mit David Elswood von Christie´s</dt>
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		<title>Parker proklamiert Bordeaux 2009 als historisch</title>
		<link>https://www.weinreferenten.de/weinwissen/parker-proklamiert-bordeaux-2009-als-historisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weinverkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[Weinwissen]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Warten hat ein Ende: heute wurden die Bewertungen zum 09er Bordeaux veröffentlicht. Wie erwartet überschlägt sich Parker fast in Begeisterung, insbesondere für die Left Bank: &#8222;&#8230; 2009 may turn out to be the finest vintage I have tasted in 32 years of covering Bordeaux; &#8230;the peaks of quality in 2009 may turn out to ... <a title="Parker proklamiert Bordeaux 2009 als historisch" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/weinwissen/parker-proklamiert-bordeaux-2009-als-historisch/" aria-label="Mehr Informationen über Parker proklamiert Bordeaux 2009 als historisch">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Warten hat ein Ende: heute wurden die Bewertungen zum 09er Bordeaux veröffentlicht. Wie erwartet überschlägt sich Parker fast in Begeisterung, insbesondere für die Left Bank: &#8222;&#8230; 2009 may turn out to be the finest vintage I have tasted in 32 years of covering Bordeaux; &#8230;the peaks of quality in 2009 may turn out to be historic; &#8230; I believe the 2009 vintage is at its greatest in the Médoc and Graves.&#8220;</p>
<p>Ingesamt 21 Weine hat er zumindest in den Vorhof des 100 Punkte-Olymp gehievt: Eglise Clinet, Haut-Brion, Hosanna, Lafite-Rothschild, Latour, Margaux, La Mission, Cos d´Estournel, Cheval Blanc, Clinet, Trotanoy, Pontet Canet, Léoville Poyferré, Léoville las Cases, Montrose, L´Evangile, Petrus, Pavie, Angelus, Clos l´ Eglise und Bellevue Mondotte.</p>
<p>Für rund 100 Weine beschreibt er 2009 als den größten Jahrgang, der jemals produziert wurde, dabei so klangvolle Namen wie Clinet, Léoville-Poyferré, Cos d´Estournel, Haut-Bailly oder Smith Haut Lafitte. Was diese Begeisterung für die Primeurpreise bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Parker:&#8220; I´m very pessimistic that we´re going to see reasonable prices for the top-2009s.&#8220; Naja, ganz schuldlos ist er daran ja nicht.</p>
<p>Und der Einfluss Asiens auf die 09er Kampagne: &#8222;&#8230;it will change for the Asians with the 2009s. They are going to buy these wines. The only questions are: How much Bordeaux they will buy beyond the most prestigious firsth growths and super seconds?&#8220; Man kann die Frage auch anderes herum formulieren: Was wird für angestammte Märkte in Europa übrig bleiben? Der 2009er wird wohl auch hier einiges verschieben. Die nächsten Wochen bleiben spannend&#8230;.</p>
<p>von Janek Schumann</p>
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		<title>Primeurkampagne Bordeaux 2009</title>
		<link>https://www.weinreferenten.de/weinwissen/primeurkampagne-bordeaux-2009/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weinwissen]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
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					<description><![CDATA[Schleppender Auftakt in der 09er Subskriptionskampagne. Diese Woche erschienen einige bekannte Châteaux wie Haut Marbuzet, Lanessan, Lilian Ladouys, Domaine de l´A, Clos Floridene sowie eine Reihe von Weinen von Durantou (L´Eglise Clinet). Fast alle Weine lagen zwischen 5-10% über den 05er Preisen. Ein genereller Trend? Wohl schon, auch die letzten Hoffenden werden sich von der ... <a title="Primeurkampagne Bordeaux 2009" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/weinwissen/primeurkampagne-bordeaux-2009/" aria-label="Mehr Informationen über Primeurkampagne Bordeaux 2009">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Schleppender Auftakt in der 09er Subskriptionskampagne.</h2>
<p>Diese Woche erschienen einige bekannte Châteaux wie Haut Marbuzet, Lanessan, Lilian Ladouys, Domaine de l´A, Clos Floridene sowie eine Reihe von Weinen von Durantou (L´Eglise Clinet). Fast alle Weine lagen zwischen 5-10% über den 05er Preisen.</p>
<p>Ein genereller Trend? Wohl schon, auch die letzten Hoffenden werden sich von der Kombination “2009 und günstig einkaufen” verabschieden müssen.</p>
<p>Fast sicher ist mittlerweile auch, dass Asien in der diesjährigen Kampagne an Gewicht zulegen wird. In einem Interview mit <em>Drinks Business</em> wird Nick Pegna, Managing Director von Berry Brothers &amp; Rudd (BBR) in Hong Kong, zitiert: “Asia will be important for the ’09s, certainly.”</p>
<p>Und Robert Parker? Seine Bewertungen sind immer noch nicht veröffentlicht. Ohne diese werden sich viele Schwergewichte unter den Châteaux wohl kaum aus der Deckung wagen. Ein schleppender Verlauf der Kampagne ist zu erwarten.</p>
<p>Viele Händler meinen, das es erst richtig nach der VinExpo in Hongkong (25-27. Mai) losgehen wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…</p>
<p>von Janek Schumann</p>
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		<title>Bordeaux Jahrgang 2009 &#8211; von Janek Schumann</title>
		<link>https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/bordeaux-jahrgang-2009-von-janek-schumann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Janek Schumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Weinverkostungen]]></category>
		<category><![CDATA[FuW]]></category>
		<category><![CDATA[Weinverkostungen; Bordeaux]]></category>
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					<description><![CDATA[30.03.2010 &#8211; Auftakt der Primeurverkostung für den Jahrgang 2009. Eine Menge Rummel in Bordeaux, an blau gefärbten Lippen und Zähnen kann man die Teilnehmer an diesem Verkostungsmarathon leicht identifizieren. Ein mit Spannung erwarteter Jahrgang – die Vorschusslorbeeren für den 2009er sind gewaltig, Parker und Wine Spectator haben bereits vor 14 Tagen verkostet, hinter vorgehaltener Hand ... <a title="Bordeaux Jahrgang 2009 &#8211; von Janek Schumann" class="read-more" href="https://www.weinreferenten.de/weinverkostungen/bordeaux-jahrgang-2009-von-janek-schumann/" aria-label="Mehr Informationen über Bordeaux Jahrgang 2009 &#8211; von Janek Schumann">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>30.03.2010</strong> &#8211; Auftakt der Primeurverkostung für den Jahrgang 2009. Eine Menge Rummel in Bordeaux, an blau gefärbten Lippen und Zähnen kann man die Teilnehmer an diesem Verkostungsmarathon leicht identifizieren. Ein mit Spannung erwarteter Jahrgang – die Vorschusslorbeeren für den 2009er sind gewaltig, Parker und Wine Spectator haben bereits vor 14 Tagen verkostet, hinter vorgehaltener Hand spricht man von teilweise sehr hohen Bewertungen. Beim Wine Spectator sind schon einige Bewertungen raus, die Premiers und Super Seconds von der Left Bank liegen fast durchweg zwischen 95 – 100 Punkten.</p>
<p>Erste Frage: What about the price? Natürlich halten sich alle noch bedeckt, aber generell geht man von Preissteigerungen für die Top 100 gegenüber 2008 aus, so jedenfalls der O-Ton einiger Negociants mit denen ich gestern und heute sprach. Die Gretchenfrage ist: Wieviel mehr verträgt der Markt? Die Mengen entsprechen bis auf wenige Ausnahmen (u.a. in Saint Emilion, wo ein Hagel die Erträge deutlich reduzierte) einem normalen Jahresertrag – es wird also genug geben. Orientiert man sich an den 2005er Preisen (Wir erinnern uns an den bisher teuersten Subskriptions-Jahrgang in der Geschichte) oder werden die Aufschläge moderater sein? Schließlich liegen noch eine Menge unverkaufter Weine aus den Vorjahren in den Kellern, deren Abverkauf durch den 2009er Jahrgang nicht unbedingt leichter wird. Man spricht sogar von Rücknahmen unverkaufter 07er und 08er Weine vom amerikanischen Markt durch einige Châteaux, um einem Preisdumping entgegen zu wirken. Welche Märkte werden jetzt kaufen? Steigen die USA und England nach der Zurückhaltung der Vorjahre wieder groß ein? Was macht Asien? Wird sich China, das bisher keine Rolle in der Subskription spielte, in den Markt einklinken? Einkäufer aus Asien haben wir heute jedenfalls genug gesichtet, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist alles noch relativ hypothetisch. Verlässliche Aussagen sind logischerweise momentan rar; in 2-3 Wochen werden wir mehr wissen. Unabhängig von dem Getöse um die großen Weine wird es &#8211; wie in jedem Jahr &#8211; in der zweiten Reihe eine Menge guter Preis-Leistungs-Weine geben.</p>
<p>Zweite Frage: In welche Richtung entwickelt sich Bordeaux stilistisch? Der 2009er Jahrgang erbrachte wieder unheimlich konzentrierte und reife Weine. Alkohol-Levels von 14 Vol.  sind längst keine Seltenheit mehr, die Tannine sind teilweise so soft, dass viele Weine schon getrunken werden können. Warum auch nicht – nicht jeder will 10 Jahre oder länger bis zum Trinkgenuss warten. Die Herausforderung in 2009 – so zeigten heute die ersten verkosteten Weine –lag darin, trotz Fülle und überbordender Frucht Eleganz und Frische in die Weine zu zaubern. Das Ergebnis: Nicht allen ist das gelungen, viele Weine sind vom eleganten und finessenreichen Wein weit entfernt. So wird 2009 trotz unstrittiger Qualität auch den Markt spalten – bei klassischen Bordeauxtrinkern wird die Begeisterung für 2009  nicht in jedem Fall überschwänglich ausfallen.  Wer dagegen auf Opulenz steht, für den wird 2009 das Mekka des neuen Bordeaux. Das Potential? Sicherlich verfrüht zum jetzigen Zeitpunkt. Geringe Säure &#8211; ok. Die Meinung einiger Kritiker, dass der „moderne“ Bordeaux nicht mehr so lange hält, halte ich persönlich für fragwürdig. Da gibt es genug Beispiele aus der Neuen Welt mit genauso üppigen und reifen Weine, die das Gegenteil beweisen. In 20 Jahren sind wir schlauer.</p>
<p><em>Erste Station: Château Smith-Haut Lafitte für die Cru Classé aus Pessac-Léognan</em></p>
<p>Außer den Flagschiffen Haut-Brion und La Mission war alles an Bord. Eine Menge schöner Weine in beiden Farben – für mich als Appellation heutiger Tagessieger. Bei weiß stach einmal mehr <strong>Domaine de Chevalier</strong> hervor (aromatische Tiefe, kristalline Struktur, große Frische, dezentes Holz, lang, 18,5 P.). Gute Ergebnisse auch vom Gastgeber (Stachelbeere, viel neues Holz, füllig, saftige Frucht, 17,5 P.) sowie vom ständigen Underperformer <strong>Château Carbonnieux</strong> (florale Noten, Stachelbeere, präzise, frisch, 16,5 P.). Rot überzeugten <strong>Haut-Bailly</strong> (pure, auf den Punkt reife und subtile Frucht, feines Tannin, strukturiert, endet frisch, großer Wein  18,5+P.), wiederum <strong>Domaine de Chevalier</strong> (mit dem 2009er hat man wohl hoffentlich endgültig die lange klaffende Lücke zwischen rot und weiß geschlossen; saftige Frucht, Blaubeeren, nicht überkonzentriert, elegant, super Potential, 18,0 P.) , <strong>Smith Haut Lafitte</strong> (hohes Aromapotential, krasser Fruchtflesh, konzentriert, leicht brennendes Finale 17,5 P.) und <strong>Latour-Martillac</strong> (Cassis, Himbeere, keine Überreife, zeigt Frische und gute Länge 17,0 P.) <strong>Pape Clement</strong> gefiel mir persönlich bei beiden Farben nicht wirklich: zu perfekt und irgendwie leblos. Wird aber sicher wie immer hohe Bewertungen einfahren.</p>
<p>Danach kurzer Besuch bei <strong>Domaine de Chevalier</strong> und Schwatz mit Eigentümer Olivier Bernard sowie der Rechten Hand Remi Edange. Tolle Philosophie hinter den Weinen, ich gebe es zu, bei dem weißen Domaine de Chevalier werde ich regelmäßig schwach. Erst am vergangenen Freitag hatten wir eine Mini-Vertikale der Jahrgänge 84, 85, 86 und 87. Beeindruckend wie die Weine halten, mein Favorit war der 84er &#8211; Komplex, großartige Finesse und Frische, 18 Punkte. Wir probierten auch den ersten Jahrgang 2009 des Neuerwerbs von Olivier Bernard: Château-Lespault Martillac. Saftige und unkomplizierte Weine, besonders gefiel mir auch hier der Weiße, der einen Kauf mehr als wert ist.</p>
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<dt><a href="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Chevalier-1.jpg" data-lbwps-width="2048" data-lbwps-height="1536" data-lbwps-srcsmall="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Chevalier-1-900x675.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.weinreferenten.de/wp-content/uploads/2025/05/Chevalier-1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd>Mr. Remi Edange, Domaine de Chevalier</dd>
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<p><em>2. Station: Château Beau-Séjour für die Cru Classé aus St-Emilion (ohne Ausone, Cheval Blanc, Angelus und Tertre Roteboeuf)</em></p>
<p>Wesentlich differenzierter als Pessac-Léognan, viele der eingangs erwähnten überkonzentrierten und brennend endenden Weine. Einige davon zeigten schon jetzt mürbe Frucht und wirkten müde – große Zukunft kann man da nicht wirklich voraussehen. Großartig war <strong>Figeac</strong>, der alle anderen überragte &#8211; Perfekte Reife, klare Frucht, präziser, eleganter, erfrischender, fast femininer Wein 19,0 Punkte. Erfreulich auch <strong>Château Canon</strong>, dessen Wein trotz aller Modernität ebenfalls Struktur und Balance zeigte – 17,0 P.  Am anderen Ende für mich u.a. <strong>La Dominique</strong> (vollbusiges Fruchtmonster) und <strong>La Tour Figeac</strong>, dessen Wein überhaupt keinen Roten Faden besaß und sich in völliger Selbstauflösung befand. Interessant, das der Wine Spektator für La Dominique 93-96 P. vergibt &#8211; kontroverser können verschiedene Ansichten wohl nicht ausfallen.</p>
<p><em>3. Station: Château Gazin für die Weine aus Pomerol</em></p>
<p>Schwächste Station &#8211; lag sicherlich auch daran, dass bis auf wenige Ausnahmen die Erste Garde fehlte. Ähnliches Bild wie in St-Emilion – üppige, alkoholische Weine.  Klasse zeigte <strong>La Conseillante</strong> &#8211; erstaunlich schlank, subtil, feinkörnige Tannine, frisch, kein Blockbuster-Wein, 18,5+ Punkte. Danach viel Mittelfeld und am unteren Ende u. a. Clinet im überreifen, marmeladigen, neuholz-geprägtem Style sowie La Cabanne, dessen müder, simpler und eindimensionaler Wein nicht gerade eine Werbung für Pomerol darstellt.</p>
<p><strong>31.03.2009</strong> &#8211; Zweiter Tag im Primeurfieber, welches bei den heute verkosteteten Weinen der Left Bank so richtig glühte. Eine atemberaubende Palette an tollen Weinen und das trotz des Fehlens der Premier Crus und einiger Super-Seconds. Was sich am gestrigen Tag in Pessac-Léognan schon andeutete, wurde heute für mich bestätigt. Die linke Seite ist klar mein Favorit &#8211; atemberaubende Fülle, perfekte Reife, dazu Struktur und Eleganz. Cabernet Sauvignon in Hochform &#8211; der bei vielen Weinen einen deutlich höheren Prozentsatz als in den letzten Jahren einnahm &#8211; dazu ebenfalls hervorragende Ergebnisse beim Komplementär Petit Verdot.  Nach Rebsorten steht für mich ganz klar Cabernet Sauvignon an 1. Stelle &#8211; Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Das dies sicherlich kontrovers diskutiert wird ist mir klar &#8211; ein Beispiel sind die ersten veröffentlichen Bewertungen des Wine Spectators, wo es reihenweise Bewertungen zwischen 93-100 Punkten für die Right Bank hagelte. Bordeaux 2009 ist ein weiterer Beweis dafür, wie sehr Bewertungen davon abhängen, welche Kriterien man an erste Stelle setzt.</p>
<p>Zwischen den einzelnen Appellationen im Haut-Médoc gab es für mich relativ wenig Unterschiede, auch wenn naturgemäß Pauillac und St-Julien angesicht des Getümmels an Cru Classés den Ton angab. St-Estèphe fiel etwas ab, allerdings fehlten Montrose, Calon-Ségur und Cos im Tasting.</p>
<p><em>Erste Station: Château Cantemerle für Weine aus den Appellationen Haut-Médoc, Médoc, Moulis und Listrac<br />
</em></p>
<p>Verkostungsatmosphäre in fast familären Rahmen. Viele sehr gute Ergebnisse bei den Cru Bourgeois, an erster Stelle <strong>Poujeaux</strong> &#8211; feine Tanninstruktur, balanciert, dezentes Holz, 17,0+ P. &#8211;  dahinter <strong>Chasse Spleen </strong>&#8211; fast schwarze Farbe, Kirsche, Cassis, seidene Tannine, gute Frische, 16,5 Punkte. Bei den Cru Classé überzeugte<strong> Cantemerle</strong> mit einem sehr eleganten Wein &#8211; aromatische Tiefe, Pfingstrose, dunkle Früchte, geschliffen, mittlere Länge, 17,0 Punkte.</p>
<p><em>Zweite Station: Château Desmirail für die Weine aus Margaux (ohne Château Margaux und Palmer)<br />
</em></p>
<p>Insgesamt sehr hohes Niveau, wenig Entäuschungen. Überragend <strong>Rauzan-Segla</strong> &#8211; sehr aromatisch, pure Finesse, langes von Frucht getragenes Finale, 18,5 Punkte. Desweiteren <strong>Kirwan</strong> &#8211; &lt;süsse&gt; intensive Frucht, feinkörniges Tannin, balanciert 17,5 P. &#8211; <strong>Prieuré Lichine</strong> &#8211; schwarze Früchte, viel neues Holz, das aber gut abgepuffert wird, für Liebhaber intensiver Weine, 17,0+ P. und <strong>Malescot &#8211; St. Exupery </strong>&#8211; konzentrierte Frucht, dicht, reich, viel Schmelz, gute Länge 17,5 Punkte. Überzeugend auch die Weine aus dem Lurton-Clan &#8211; allen voran <strong>Château Ferrière </strong>&#8211; charmanter, leichterer Stil, viel Frische, elegant, mittlere Länge, 17,0+ P. und <strong>Durfort-Vivens</strong> &#8211; intensive Schwarzkirsche, präzise, feinkörniges Tannin, 17,5 Punkte. Weine wie <strong>Dauzac</strong> oder <strong>Marquis de Terme</strong>, die weit über ihrem sonstigem Durchschnitt lagen, bestätigen den guten Gesamteindruck in Margaux.</p>
<p><em>Dritte Station: Château Batailley für die Weine aus Pauillac, St-Julien und St-Estèphe</em></p>
<p>Großes Gedränge und großes Kino. Sich für Favoriten zu entscheiden, viel wirklich schwer. Im engeren Favoritenkreis <strong>Pichon-Baron</strong> &#8211; Strukturwein, straffes aber feinkörniges Tannin, präzise, kein Gramm Fett zuviel, 18,5 P. &#8211; <strong>Pichon Comtesse</strong> &#8211; tiefe Frucht, unheimlich aromatisch, reich, dabei perfekte Balance, 18,5+ P. &#8211;<strong> Lynch-Bages</strong> &#8211; 76% Cabernet im Blend, viel Power<em>,</em> dicht<em>, </em>muskolös, kräftiges Tannin, 17,5+ P. &#8211; <strong>Haut-Bages Liberal </strong>&#8211; klassischer Pauillac auch in diesem Jahr, aber mit mehr Frucht und Charme, 17,5 P. -, <strong>Clerc-Milon</strong> (klarer Sieger gegenüber <strong>d´Armailhac </strong>aus dem selben Haus) &#8211; viel neues Holz, feine Cabernet-Aromatik, elegante Tannine, gute Länge, 17,5+ P. und <strong>Château Batailley</strong> &#8211; pure Cassis, mineralische Nuancen, Frische, kraftvolle Tannine, balanciert, 17,5 Punkte. <strong>Pontet-Canet</strong> hatte mittags leider schon den Stand geräumt, soll aber nach Aussagen von Kollegen ebenfalls groß sein.</p>
<p>Vergleichbares Bild in St-Julien: <strong>Leoville Poyferré</strong> &#8211; superbe Nase, reich, fokusiert; extraktreich, festes Tannin 18,0 P. -, <strong>Lagrange </strong>&#8211; 73% Cabernet S. im Blend, Cassis, fein strukturierter Wein mit Frische und guter Länge 17,5 P. &#8211; und <strong>Branaire Ducru </strong>&#8211; Herzkirsche, &lt;sweet&gt;, saftig, reich, fruchtorientierter Stil 17,0+P. Überzeugend auch beide Weine aus dem Hause Barton, wobei Langoa in diesem Jahr den Abstand zum Léoville verkürzen konnte:<strong> Léoville-Barton </strong>mit 77% Cabernet S. im Blend &#8211; subtile Frucht, pure, präziser fast schlanker Stil, elegant 18,0 P. &#8211; <strong>Langoa-Baron</strong> &#8211; saftige Frucht, Amarena, dark berries, besitzt nicht die Präzision von Léoville 17,0+ Punkte. Heftig diskutiert wurde<strong> Gruaud-Larose</strong> &#8211; maskuliner, fast stämmiger Wein, powerful, feste feinkörnige Tannine, mineralisch, viel Potential, mich erinnert der 2009er an den 86er Gruaud, der sich im Schneckentempo entwickelt;  da Struktur eines meiner Hauptkriterien ist, gibt es 18,0+ Punkte. Einmal mehr enttäuschend <strong>Beychevelle</strong>, dessen etwas behäbiger und vordergründiger Wein mit dem imposanten Château nicht mithalten kann.</p>
<p><strong>Phélan-Ségur </strong>dagegen bewies einmal mehr, das es ohne weiteres in die Reihe der 3. oder 4. Cru Classé gehört: viel Würze, Pfeffer, mineralische Noten, feste Tannine, präzise, gutes Potential 17,5 Punkte. Gute Ergebnisse ferner von <strong>Ormes de Pez</strong> und <strong>Lafon-Rochet</strong>, die aber beide nicht an die Klasse anderer Weine herankamen.</p>
<p>Einige an diesem Tag außer der Reihe probierte Crus Bourgeois wie<strong> Château Grandis</strong> in St-Seurin de Cadourne bestätigten, das man in 2009 auch bei den sogenannten kleineren Weinen hervorragende Entdeckungen machen kann &#8211; und: diese Weine kosten nicht wesentlich mehr als in den Jahren zuvor.</p>
<p>Zusammengefasst nochmal meine Kaufempfehlungen &#8211; ohne die nicht verkosteten Premieur Crus, einige Super-Seconds sowie Kultweine von der rechten Seite.</p>
<p>Figeac, Haut-Bailly, Pichon Comtesse, Pichon-Baron, Domaine de Chevalier (weiß und rot), Smith-Haut Lafitte rot, La Conseillante, Léoville-Barton, Gruaud Larose, Léoville-Poyferré, Rauzan-Segla, Kirwan, Clerc-Milon, Lagrange, Haut-Bages Liberal, Durfort Vivens, Ferrière, Batailley, Cantemerle, Poujeaux und Phélan-Segur.</p>
<p>Ausführliche Verkostungsnotizen &#8211; auch zu nicht erwähnten Weinen- stelle ich auf Anfrage gern zur Verfügung.</p>
<p>Janek Schumann</p>
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