Promovierter WEINREFERENT im Weinberg

Michael Reuther im Weinberg
Michael Reuther in seinem Weinberg

Am 10. Februar 2026 berichtete die Rheinpfalz-Zeitung über Michael Reuthers Leidenschaft als Winzer. Nachfolgend ein Auszug aus dem Artikel. Zum kompletten Artikel: https://www.rheinpfalz.de/lokal/bad-duerkheim_artikel,-winzer-mit-doktortitel-warum-manche-leute-nach-feierabend-in-den-weinberg-gehen-_arid,5859731.html

Die meisten Leute wollen im Feierabend nicht arbeiten, sondern sich entspannen. Anders sind da die Feierabendwinzer, die gerade in ihrer Freizeit im Weinberg tätig sind.

Mit Doktor-Titel im Weinberg aktiv? Ja, das geht. Ein Beispiel ist Michael Reuther. Der Wachenheimer ist nach eigenen Angaben seit 1996 Feierabendwinzer. Nach seinem Studium und dem Erwerb des Doktortitels in Naturwissenschaft, Fachrichtung Astronomie, habe er 25 Jahre lang bei dem Mannheimer Elektrotechnikkonzern ABB gearbeitet. Aktuell ist er als Berater für die Weinwirtschaft tätig. „Meine Vorfahren waren alle im Weinbau, lieferten ihre Trauben an die WachtenburgGenossenschaft“, erklärt der 58-Jährige seine Beziehung zum Weinbau. Das mache er auch: 0,3 Hektar Riesling-Rebstöcke rund um sein Haus in Wachenheim und in den angrenzenden Terrassenanlagen werden laut Reuther von ihm bearbeitet. Insgesamt seien das rund 1000 Rebstöcke.

Ausgleich zur Beratertätigkeit

Der Wachenheimer sagt: „Riesling ist auch meine Lieblingsweinsorte, sie bildet das Mikroklima ab, zeigt eine vielfältige Geschmacksrichtung, je nach Bodenlage.“ Die Arbeit in den Weinbergen sei ein Ausgleich zu seiner Beratertätigkeit. Besonders der Bezug zur Natur sei ihm wichtig. Seine Weinberge liegen laut Reuther neben einem Bach mit einer reichhaltigen Tierwelt von klein bis groß. Deshalb könne auch mal das ein oder andere Wildschwein durch seine Weinberge in der Terrassenlage ziehen.

Aktuell ist der Rebschnitt angesagt, und das alles „in einem Aufwasch“. Das heißt: Der 58-Jährige schneidet den Rebstock, zieht das Altholz heraus, „putzt“ die Ruten und bindet an. Das kann dauern: Jeder Rebstock ist anders als die anderen. Michael Reuther nimmt sich gerne Zeit dafür, ist dann am Wochenende in den Weinbergen zu finden oder, wie er sagt, „wenn sonst Zeit ist“. Er nennt das „romantischen Weinbau“

Bio ohne Zertifikat

Reuthers Lieblingszeit im Weinberg ist der Herbst. Da stehe die Natur mit den Trauben in voller Pracht, die Herbstfarben gefielen ihm am besten. Und natürlich die Weinlese, die teilweise vom Traubenvollernter und teilweise von ihm und Freunden sowie Bekannten gewährleistet werde. Als Genossenschaftsmitglied habe er Zeitfenster für die Abgabe der jeweiligen Rebsorte, da müsse man manchmal schnell liefern, so Reuther.

Wichtig für ihn ist, noch zu erwähnen, dass er seit 2016 Bio arbeitet, auch ohne zertifiziert zu sein. Pflanzenschutzmittel trage er mit einer Rückenspritze auf, auf Pfälzisch eine „Buckelspritze“, ergänzt er und lacht. Der Mann aus Wachenheim hat offensichtlich Spaß bei seiner eher theoretischen Arbeit als Berater für die Weinwirtschaft – und der praktischen Arbeit in seinen Weinbergen mit den rund 1000 Rebstöcken ebenfalls.